MS Triton – Umwelt erforschen, Natur schützen

Das Projekt HMS Triton wird im Fach Physik der einjährigen Fachoberschule durchgeführt. Die Teilnehmenden verfügen über eine abgeschlossene Berufsausbildung im Bereich Elektrotechnik und entwickeln darauf aufbauend ein Sensorsystem zur Erfassung und Analyse von Gewässerdaten, um ökologische Veränderungen systematisch untersuchen zu können.

Für die Datenerfassung nutzen die Lernenden ein kleines Sensorboot, das sie auf der Grundlage eines ferngesteuerten Futterboots eigenständig umbauen. Mithilfe eines GPS-Systems kann das Boot zuvor festgelegte Messpunkte, etwa auf einem See, automatisch ansteuern. An diesen Positionen wird die Messsonde in unterschiedliche Tiefen abgesenkt, um die relevanten Gewässerparameter zu erfassen. Durch dieses Verfahren lassen sich detaillierte Erkenntnisse über die physikalisch-chemischen Eigenschaften eines Gewässers gewinnen. Da die Messungen standardisiert erfolgen – über festgelegte GPS-Punkte und einheitliche Datenerfassungsprozesse – können die erfassten Daten über längere Zeiträume hinweg miteinander verglichen werden. Auf diese Weise werden Veränderungen eines Gewässers sowie die Auswirkungen von Klima- und Umwelteinflüssen messbar. 

Das Projekt verfolgt das Ziel, die Auswirkungen des Klimawandels und anderer Umweltfaktoren auf Gewässer sichtbar und wissenschaftlich nachvollziehbar zu machen. Gleichzeitig erfahren die Lernenden, wie sie ihre fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen gezielt einsetzen können, um technische Lösungen für ökologische Fragestellungen zu entwickeln.

Im Rahmen der Entwicklung des Sensorsystems erarbeitete die Projektgruppe, welche Faktoren die Gewässerqualität bestimmen und wie diese technisch erfasst werden können. Die Lernenden entschieden selbst, welche Sensoren sie einsetzen oder selbst entwickeln, und beschäftigten sich intensiv mit den physikalischen Grundlagen der Messverfahren. Die Erkenntnisse der einzelnen Entwicklerteams wurden durch Präsentationen der gesamten Gruppe vorgestellt. Neben der Sensorik entwickeln die Lernenden ein Energiemanagementsystem auf Basis von Photovoltaikzellen, das einen möglichst langen und nachhaltigen Betrieb des Boots ermöglicht. Die Zusammenführung und Speicherung der Mess- und Positionsdaten übernimmt ein Mikrocontroller, der von der Projektgruppe eigenständig programmiert wird.

Ein weiterer Aspekt des Projekts ist der bewusste Umgang mit Materialien. Die Lernenden prüfen genau, welche Klebstoffe, Lötverbindungen oder Beschichtungen verwendet werden dürfen, um eine Belastung der Gewässer zu vermeiden. Auf diese Weise übernehmen sie Verantwortung für die ökologische Verträglichkeit ihrer technischen Arbeit und verknüpfen technisches Denken mit Umweltbewusstsein. Um die entwickelten Sensoren unter realistischen Bedingungen testen zu können, legte die Lerngruppe auf dem Schulgelände einen kleinen Forschungsteich an. Er dient als geschützte Testumgebung für die Erprobung, Kalibrierung und Weiterentwicklung der Messeinheit.

Das Projekt zeigt den Lernenden, wie sie ihr technisches Wissen verantwortungsvoll einsetzen können, um aktiv zum Umwelt- und Klimaschutz beizutragen. Dabei erleben sie, dass nachhaltiges Denken und ingenieurwissenschaftliche Arbeit untrennbar miteinander verbunden sind. Die gemeinsame Planung, Umsetzung und Weiterentwicklung des Projekts stärkt nicht nur ihre fachlichen und sozialen Kompetenzen, sondern auch ihr Bewusstsein für die ökologische Verantwortung technischer Lösungen. Viele Teilnehmende möchten nach der Fachoberschule ein Studium in den Ingenieur- oder Naturwissenschaften aufnehmen - HMS Triton soll sie darin bestärken, den Gedanken des Umwelt- und Klimaschutzes in ihre zukünftige Laufbahn einzubringen und aktiv weiterzutragen.

Text: S.Drasdo
Bilder: S.Drasdo