Fachbereich Elektroenergie und Schutzsysteme

Der Fachbereich „Elektroenergie und Schutzsysteme“ umfasst die zwei Kernbereiche, die für die berufliche Ausbildung von Elektrofachkräften – insbesondere dem Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik – unabdingbar sind.

Einerseits ist die elektrische Energie für unsere heutige Lebensqualität unverzichtbar. Andererseits birgt sie eine Reihe von Gefahren für Mensch und Technik. Dieser Fachbereich befasst sich mit diesen zwei Seiten der elektrischen Energie – ihren Vorteilen bei der Nutzung, aber auch deren Risiken im Schadensfall.

Zur technischen Ausstattung des Fachbereiches zählen die im Schutzmaßnahmenlabor (Raum B 007 und B 008) fest installierten ELWE-Systeme, mit denen die Grundlagen der Schutzmaßnahmen in Schülerselbständigkeit erarbeitet werden können.

Ein großer Schwerpunkt der Tätigkeit in diesem Fachbereich liegt auf der Erstprüfung elektrischer Anlagen, gemäß DIN VDE 0100-600. Diese Erstprüfungen werden von den Schülern*innen in den Laborräumen eigenverantwortlich unter Verwendung von Messgeräten (FLUKE 1653B) an unterschiedlichen Anlagen durchgeführt. Dabei erstellen die Schüler*innen Prüfprotokolle und schätzen die Funktion und die Sicherheit der geprüften Anlagen ein.

Für praxisgerechte Messübungen befindet sich im Schutzmaßnahmenlabor eine Demowand, die die elektrische Anlage eines nicht unterkellerten Einfamilienhauses darstellt. Die Schüler*innen erstellen daran in Kleingruppen die Stromkreisliste und den Verteilungsplan. Ferner führen sie die Erstprüfung durch, suchen eingebaute Fehler und führen abschließend ein Übergabegespräch mit dem Kunden durch.

Ein weiterer großer Schwerpunkt liegt in der Herausbildung von Fehlersuchstrategien. Je schneller in elektrischen Anlagen Fehlerquellen lokalisiert werden, desto geringer sind wirtschaftliche Schäden als auch Gefährdungen für die Anlagenbetreiber*innen. Aus diesem Grund arbeiten die Schüler*innen mit Fehlersimulatoren. An ihnen können zuvor von den Lehrer*innen eingestellte Fehler (z.B. Unterbrechung des Schutzleiters oder ein zu geringer Isolationswiderstand) messtechnisch eingegrenzt werden.

In Verantwortung des Fachbereichs sind in den unterschiedlichen Lernfeldern von den Schüler*innen – orientiert an praktischen Fragestellungen – Projekte zu bearbeiten. So werden beispielsweise beim Projekt „Elektroinstallationen im Bad“ ausgehend von sicherheitsbedenklichen Kundenanlagen, die Anforderungen an sichere elektrische Anlagen im Bad erarbeitet, messtechnisch untersucht und den Kund*innen Lösungsvorschläge für eine vorschriftsgerechte Anlage vorgestellt. Bei anderen Projekten werden bereits erworbene Erkenntnisse auf konkrete Probleme übertragen. So sind beim Projekt „N-Leiterbruch“ die Grundkenntnisse des Drehstrom-Systems anzuwenden und Auswirkungen einer solchen Neutralleiterunterbrechung auf die Funktionsfähigkeit von elektrischen Geräten im Haushalt und mögliche Brandgefahren zu untersuchen.

Schüler*innen erstellen im Unterricht Tutorials, beispielsweise zum Prüfen elektrischer Anlagen. Damit bereiten sie sich sowohl selbst auf Gesellenprüfungen vor, vermitteln damit aber auch anderen Schüler*innen notwendige Kenntnisse und Erfahrungen.

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